Wer kennt sie überhaupt noch?
Ballen und Ballenmeister, Bleilet- tern, Winkelhaken und Setzlinie, Kolumnenschnur, Setzschiff, Regletten, Schließeisen und Zu- richtung, Jungfrau und Hurenkind, Leiche, Fisch und Zwiebelfisch, Tenakel, Mater und Matritze, Gießzettel und Fahne... Begriffe, die aus der Fachsprache des grafischen Gewerbes völlig verschwunden sind.

Die Erfindung der Buchdrucker- kunst, wie das Hochdruckverfahren auch genannt wird, durch Johannes Gutenberg vor über 550 Jahren in Mainz, stellt eine der bedeutensten Kulturleistungen der Menschheitsgeschichte dar.

Durch das Verwenden von beweg- lichen einzelnen Lettern beim Druck gelang seinerzeit ein Durchbruch bei der ständig steigenden Nachfrage nach Massendrucksachen. Es gab zwar im Laufe der Jahrhunderte technische Weiterentwicklungen bei den Druckmaschinen, doch am Grundprinzip änderte sich nichts.

Winkelhaken
Winkelhaken

Über 500 Jahre war der Buch- druck das bestimmende Druckver- fahren. Ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist der Buch- druck allerdings zunehmend durch moderne Satz- und Druckverfah- ren verdrängt worden und inner- halb von nur ca. 25 Jahren wirt- schaftlich bedeutungslos gewor- den.
Das Berufsbild des klassischen Schriftsetzers und Buchdruckers ist heute nicht mehr existent.

 

Im Luftkurort Krakow am See gibt es seit 1998 ein Museum der Buchdruckerkunst, ein Unikat in der Museumslandschaft des Bundeslandes Mecklenburg / Vorpommern.
Bei diesem Museum, welches eigentlich eine historische Schauwerkstatt ist, handelt es sich nicht um eine Technikansammlung schlechthin. Alle ausgestellten Maschinen und Geräte sind so ausgesucht und angeordnet, dass ein Familienbetrieb der 20er und 30er Jahre des 20.Jahrhunderts in seiner Arbeitsweise demonstriert wird.

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